«Plaffeien 23» – von allen, mit allen, für alle

Rund 120 Teilnehmerinnen und Teilnehmer und sechs Arbeitsgruppen mit 30 Mitgliedern: Die Veranstaltung zum Auftakt von «Plaffeien 23 – As Zentrum für alli» vom 16. Juni 2018 war ein voller Erfolg. Jetzt geht es darum, die zahlreichen Ideen weiterzuentwickeln, um das Ziel des Projektes zu erreichen: Ein auch in Zukunft lebendiges und attraktives Dorfzentrum in Plaffeien.

Samstag, 16. Juni, 09.50 Uhr: «Ich hoffe, dass heute viele Leute kommen», sagt der Amman von Plaffeien, Otto Lötscher. Er ist zusammen mit den Gemeinderäten Armin Jungo, Daniel Bürdel und Antoinette Kilchör sowie Bauamtverwalterin Maya Sahli Teil des Projektausschusses von «Plaffeien 23 – As Zentrum für alli». Kurz vor 10.00 Uhr, dem offiziellen Beginn der Veranstaltung zum Auftakt von «Plaffeien 23», ist das Dorfzentrum mit dem aufgestellten Festzelt, den Bänken, Stehtischen und der Bar noch relativ leer. Neben den Organisatorinnen und Organisatoren sind kaum Leute anzutreffen. Spricht das Projekt die Einwohnerinnen und Einwohner von Plaffeien an? Werden sie kommen, um ihre persönlichen Ideen und Bedürfnisse für die künftige Gestaltung des Dorfzentrums von Plaffeien einzubringen?

Allfällige Sorgen sind unbegründet. Ein paar Minuten vor 10.00 Uhr beginnt sich das Zentrum zu füllen. Kaffee und Getränke werden ausgeschenkt, schliesslich sind rund 120 Leute anwesend: vom Gemeindeammen über Gewerbler bis zu Privatpersonen, von Kindern bis Senioren sind alle vertreten. Die Stimmung ist ausgelassen. «Es freut uns, dass Sie so zahlreich erschienen sind», beginnt Lorenz Kurtz, Projektleiter vom Büro PLANVAL, das im Auftrag der Gemeinde das Projekt umsetzt und begleitet, seine Eröffnungsansprache zur Auftaktveranstaltung. Das Tagesprogramm: Die Bedürfnisse der Einwohnerinnen und Einwohner von Plaffeien schärfen, diese auf einem Dorfrundgang vor Ort reflektieren und diskutieren und am Schluss vier bis sechs konkrete Themen bestimmen, zu denen Lösungen erarbeitet werden sollen. «Wir wollen auch gleich Arbeitsgruppen mit Einwohnerinnen und Einwohnern aus Plaffeien bilden, die Lösungen zu diesen Themen für ein lebendiges Plaffeier Dorfzentrum erarbeiten», sagt Lorenz Kurtz. Die Auftaktveranstaltung solle dazu dienen, die Bevölkerung von Plaffeien zu aktivieren, indem sie sich aktiv an «Plaffeien 23» beteiligt. «Es ist ihr Dorfzentrum. Deshalb sollen sie die Inhalte des Projekts bestimmen», sagt Kurtz.

Verschiedenste Ideen

Rückblende: Im März 2018 ist «Plaffeien 23» mit einem Kick-Off-Meeting des Projektausschusses und PLANVAL gestartet. Seither wurde fleissig gearbeitet. Um zu verstehen, in welche Richtung es gehen könnte und was die Einwohnerinnen und Einwohner von Plaffeien beschäftigt, führte PLANVAL im Vorfeld Interviews mit elf Personen durch. Diese wurden auf Basis einer Analyse so ausgewählt, dass sie die Bevölkerung von Plaffeien möglichst repräsentativ vertreten. Zusätzlich kamen via plaffeien23.ch und Instagram zahlreiche weitere Ideen zusammen, wie sich die Zukunft des Dorfzentrums entwickeln könnte. All diese Erkenntnisse hat PLANVAL gesammelt, gebündelt und 12 zentrale Bedürfnisse heraus destilliert.

  1. Einen Treffpunkt für Jugendliche
  2. Ein Angebot für Eltern mit (Klein)Kindern im öffentlichen Raum
  3. Mehr Raum und Sicherheit für Fussgänger
  4. Eine höhere Qualität der öffentlichen Plätze und ein schöneres Dorfbild
  5. Einkaufsmöglichkeiten für lokale und regionale Produkte
  6. Mehr Laufkundschaft
  7. Weitere Freizeitinfrastruktur
  8. Raum für die Entfaltung von neuen Ideen
  9. Mehr / neue Kultur- und Freizeitangebote in der Gastronomie
  10. Mehr gemeinsame Aktivitäten des lokalen Gewerbes
  11. Neue / andere Anlässe und Geschäfte
  12. Gesellschaftlicher Zusammenhalt weiter stärken

Angeregte Diskussionen

Samstag, 16. Juni, 10.15 Uhr: Die 12 Bedürfnisse hängen nun in Form von Plakaten im Festzelt. Aber nicht nur das: Auch Plakate mit «Gefällt mir» und «Gefällt mir nicht» finden die Besucherinnen und Besucher im Zelt. Denn neben den konkreten Ideen erfuhren die Organisatoren im Vorfeld der Veranstaltung auch, was den Plaffeierinnen und Plaffeier an ihrem Dorfzentrum besonders gefällt und was sie nicht so toll finden. «Sie haben nun die Gelegenheit, sich alle Plakate in Ruhe anzuschauen und nach Ihren Wünschen zu ergänzen», leitet Thomas Probst, ebenfalls Projektleiter bei PLANVAL und der zusammen mit Lorenz Kurtz den Tag koordiniert, den ersten Programmpunkt ein. Die Teilnehmerinnen und Teilnehmer diskutieren angeregt und offen, kleben zusätzliche blaue Zettel an die Plakate, um diese auch mit Ihren Meinungen und Ideen zu ergänzen. Eine halbe Stunde später ist auf den Plakaten fast kein Weiss mehr vorhanden.

Gerade rechtzeitig, denn um 10.45 Uhr startet der nächste Programmpunkt. Im Dorfrundgang durchs Zentrum besichtigten die Besucherinnen und Besucher die soeben diskutierten Ideen. Gemeinderätin Antoinette Kilchör und Gemeinderat Armin Jungo führen je eine Gruppe durch Stationen wie das «Pärkli» vor der Kirche oder den Platz vor dem Hotel Alpenklub. «Wir führen durch das Plaffeier Zentrum, um die Ideen und Bedürfnisse nochmals konkret zu diskutieren. Wer weiss, vielleicht treten so gleich noch weitere Interessen zu Tage?», sagt Thomas Probst. Und tatsächlich: auch auf den Rundgängen diskutieren die Leute viel und engagiert.

Klare Abstimmung

Samstag, 16. Juni, 11.30 Uhr: Nun geht es ans Eingemachte. «Sie bekommen nun alle zwei blaue Punkte. Diese können Sie auf die Bedürfnis-Plakate kleben, die Ihnen am wichtigsten sind», erklärt Lorenz Kurtz den letzten Programmpunkt. Diejenigen Plakate mit den Bedürfnissen, die am meisten Punkte erhalten, werden von Arbeitsgruppen weiter bearbeitet. Die Arbeitsgruppen sollen aus Einwohnerinnen und Einwohnern von Plaffeien bestehen, die aktiv mitarbeiten. «Dazu hängen an einer weiteren Pinnwand Listen, in die Sie sich bei Interesse eintragen können», ergänzt Kurtz. Die Abstimmung «gewinnen» folgende Bedürfnisse:

Zu jedem der Bedürfnisse wurde eine Arbeitsgruppe mit sieben bis zehn Mitgliedern gegründet. Die Arbeitsgruppen treffen sich nun zu zwei Workshops am 10. September und 11. Oktober, bevor sie an der nächsten öffentlichen Zwischenveranstaltung am 9. November ihre Arbeiten präsentieren. «Wir freuen uns und sind gespannt, was sich hier alles konkret entwickelt», sagt Amman Otto Lötscher.

Sie haben ebenfalls Interesse, in einer Arbeitsgruppe mitzuwirken? Kontaktieren Sie uns! Weitere Informationen zu den Arbeitsgruppen finden Sie hier.

Aktive Bevölkerung

Die Organisatorinnen und Organisatoren der Auftaktveranstaltung zeigen sich begeistert. «Die Resonanz und aktive Teilnahme der Leute hier war grossartig», freut sich Thomas Probst. «Ich hätte nie gedacht, dass soviele Leute kommen», sagt Antoinette Kilchör. Und Otto Lötscher ergänzt: «Meine Erwartungen wurden nicht nur erfüllt, sondern übertroffen.» Dazu passt auch die Aussage eines jungen Teilnehmers der Jubla Plaffeien: «Plaffeien lebt schon jetzt, man muss die Leute nur motivieren und zur Teilnahme aktivieren. Das habt ihr mit der Veranstaltung definitv erreicht.»

«Plaffeien 23 – As Zentrum für alli» in den Freiburger Nachrichten

 

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